„15. Februar 1945 - Aus der Geschichte erwächst unsere Pflicht“ war in diesem Jahr das Motto, unter dem sich rund 200 Cottbuserinnen und Cottbuser bei blauem Himmel und eisigen Temperaturen zum Gedenken an den Bombenangriff auf Cottbus vor 81 Jahren auf dem Altmarkt versammelten.
Seit 2010 ruft der Cottbuser Aufbruch Jahr für Jahr an diesem Tag zum Gedenken und zur Mahnung auf. Oberbürgermeister Tobias Schick, Maica Vierkant vom Aktionsbündnis Brandenburg und Superintendent Georg Thimme vom Evangelischen Kirchenkreis schlugen in ihren Redebeiträgen ausgehend von der schrecklichen Bombardierung von Cottbus mit tausend Todesopfern und unzähligen Verletzen den Bogen bis zu den Kriegen in unserer Gegenwart mit einer deutlichen Warnung vor Versuchen der Geschichtsklitterung vom rechten Rand. Diese ist leider nicht verschwunden! Berichte von den Zerstörungen von Guernica, Warschau und Coventry machten deutlich, dass unermessliches Leid durch Nazideutschland in die Welt getragen wurde, bis der Krieg im Mai 1945 durch Deutschlands Kapitulation ein Ende fand.
Die Folgen des Krieges waren aber noch lange spürbar. Millionen Menschen waren auf der Flucht und suchten eine neue Heimat im Osten und Westen Deutschlands. "Zerstörung, Flucht, Integration - Prüfsteine unserer Zeit" war Thema der anschließenden Podiumsdiskussion im Cottbuser Stadtmuseum mit Dr. Stefanie Kaygusuz (Stadtverwaltung Cottbus) und Robert Büschel (Stadtmuseum Cottbus) unter Moderation von Matthias Loehr (Cottbuser Aufbruch).
Cottbus war während der letzten Kriegsjahre und auch nach dem Bombenangriff ein Verkehrsknotenpunkt für den Flüchtlingsstrom von Ost nach West, ca. 1,6 Mio. Flüchtende wurden in den Jahren nach dem Krieg hier durchgeschleust. Die, die in Cottbus und Umgebung eine neue Heimat suchten, wurden oft als „Fremde“ misstrauisch beäugt, man tat sich schwer mit der Integration der Geflüchteten. Ähnlichkeiten mit aktuellen Flüchtlingsbewegungen sind augenscheinlich. Hier braucht es beherzte Menschen zur Umsetzung des Integrationskonzeptes der Stadt Cottbus. Abschottung und Ausgrenzung sind keine Lösung, da waren sich die 50 Zuhörenden am Ende dieser Veranstaltung einig.
Das Bläserquartett der Grünen Kapelle umrahmte unsere Veranstaltung mit Musik von Luis De Victoria, Franz Abt und Henry Purcell auf dem Altmarkt. Das ukrainische Duo „Tankataka“ begleitete die Podiumsdiskussion mit eigenen Liedern von der Heimat im Krieg, dem Leid und der Sehnsucht nach Frieden und Rückkehr in die Ukraine.
Herzlichen Dank euch Allen!
Fotos: Margathe Blumentahl & Cottbuser Aufbruch
